Ostseereise 2018, ein Bericht


Ostseereise
2018, drei Monate unterwegs mit der Seven CS

 

„Aus einem Später Sollte man viel öfter ein jetzt machen, bevor es ein NIE wird“

Diesen Satz hatten wir auf einem Schild auf Rügen gelesen. Wir wollten endlich raus aus unserer Komfortzone und endlich mal aufbrechen und ausbrechen, wenn auch nur für 3 Monate.

So begannen schon 1 Jahr vorher unsere Vorbereitungen. Schonend mussten wir unserem Arbeitgeber beibringen, dass wir eine 3 monatige Auszeit brauchen. Es ging dann tatsächlich einfacher, als wir dachten.

Ende April ist der Skipper mit seiner Crew Isa und Andreas nach Sloten aufgebrochen, um die Seven CS auf ihren großen Törn vorzubereiten. Wie immer vor einem größeren Törn war noch so viel tun: der elektrische Autopilot von Raymarine musste eingebaut werden, unser Freund Peter sollte noch die Kuchenbude endgültig installieren, Der Eins O Isa programmierte die Personal Beacons und legte sie in die Schwimmwesten ein, der Co Skipper Andreas baute mit dem Skipper sämtliche Elektronik für den Autopiloten ein, Einkäufe mussten noch erledigt werden, alle waren schon sehr aufgeregt.

Am nächsten Morgen, sprich Tag 2 der Reise, wollten Andreas und Isabella die Proviantierung in Lemmer erledigen und der Skipper blieb alleine zurück, um Seeventile und andere Dinge zu checken:  Chris allein an Bord, das blieb leider nicht ohne Folgen. Der Backskistendeckel war erbarmungslos zu ihm und biss einmal herzhaft zu und spuckte seinen kleinen Finger sauber entbeint wieder aus. Chris wäre nicht Chris und blieb Herr der Lage, versuchte das Schiff nicht einzubluten, suchte den Verbandskasten, in dem natürlich alles ungeöffnet und originalverpackt war. Es gelang ihm, sich selbst einen Fingerverband anzulegen, um danach nach Hilfe zu suchen. Andreas und ich fuhren wie von Furien gejagt nach Sloten zurück und brachten ihn schnell ins Krankenhaus nach Sneek, welches wir wirklich empfehlen können, wo er super versorgt wurde. Heutzutage wird ein Fingerglied nicht mehr angenäht, es sei denn, es ist der Daumen, und wenn man dann noch Amphibien in seiner Ahnenreihe hat wie Chris, dann wächst so ein Fingerglied inklusive Fingernagel auch wieder nach.

Eine Woche verspätet kam endlich der Aufbruch, von Sloten nach Makkum ging es los, am 07.05.2018, früh am Morgen.

Am 08.05.2018 verließen wir unser Heimatrevier über den Kornwerderzand nach Vlieland. Weiter führte unsere Reise, leider ohne Wind, über die Nordsee Richtung Brunsbüttel, über den NOK nach Laboe. Herrliches, aber kaltes Wetter begleitete uns. Der Autopilot, wir nannten ihn Bob, steuerte uns souverän.

Von Laboe ging die Reise über Fehmarn und Rostock nach Sassnitz auf Rügen, wo wir unsere Wuppertaler Nachbarn trafen, die demnächst wieder nach Rügen in ihre Heimat ziehen. Bessere Reiseleiter als unsere Nachbarn kann man garnicht finden. Rügen ist so schön und vielseitig. Ein schönes Segelrevier.

Auf Rügen hat mein Bruder abgemustert und der längste Schlag unserer Reise begann: Wir brauchten 336 sm Nonstop, um von Rügen nach Klaipėda/Memel zu segeln. Nachts war es sehr, sehr kalt, der Wind war gut, unsere Motivation war sehr hoch. Chris fand sich schnell in den Seerhythmus ein, der Eins O hingegen nicht. An der Grenze zum EEZ Klaipėda wurden wir von einem „unknown ship“ der Grenze entlang beobachtet. Sie folgten uns, wie ein Pilotfisch. 

Die einzige Berührung mit Zöllnern hatten wir auf der Memel auf dem Weg zum Hafen Old Castle Harbour in Klaipėda. Mit einem Signalhorn machten sie auf sich aufmerksam und wir steuerten daraufhin zu ihrem Kai. Auf Zuruf regelten wir die Formalitäten, das war alles.

In Litauen waren wir auf Ahnensuche von Isabella.

Litauen ist ein wunderschönes Land, nicht zugebaut, sehr viel unberührte Natur, nette, freundliche Menschen und sie haben tatsächlich ein gut ausgebautes Handynetz, was für das Arbeiten an unserem Blog sehr hilfreich war.

Weiter führte unsere Reise über das Kurische Haff nach Nida.

Von Nida ging es dann der Memel entlang Richtung Ventspils. Wir hatten den Wind genau auf die Nase mit ordentlichen Winddrehern, lange Zeit waren wir uns nicht sicher, sollen wir doch zuerst nach Gotland oder doch Ventspils, die Entfernungen waren gleich.

Ventspils in Lettland ist entgegen vieler Meinungen anderer Segler eine sehr schöne Stadt mit einem schönen Industriehafen. Ventspils hat sehr moderne Stadtteile, wunderschöne Parks und Wasserspiele, feinsandige Strände, aber auch morbide Häuser und manchmal hing ein komischer Geruch über der Stadt, möglicherweise von den vor der Stadt liegenden Erdölchemiefirmen.

Von Ventspils ging es über die estnischen Inseln Saaremaa und Ruhnu Richtung Riga, eine der Perlen der Ostsee.

Riga zeichnet sich durch viele Botschaften aus. Der Andrejostahafen liegt sehr zentral, aber er ist auch nachts sehr belebt und der Hafen an sich ist doch ziemlich in die Jahre gekommen.

Medizinischer Bedarf in Riga, der Hauptstadt Lettlands, in ausreichender Menge und Qualität zu beschaffen ist ein Problem. Wir waren daher froh, dass der Unfall von Chris sich nicht in Lettland ereignet hat.

Beim Auslaufen aus dem Andrejostahafen erwartete uns mäßiger Wind, es war aber Sturm vorhergesagt. Nach den Wetterinformationen sollten wir aber das Tiefdruckgebiet hinter uns gelassen haben, stimmte aber nicht. Es kommt immer anders, als man denkt. 

Das darauffolgende heftige Wetter mit viel Wind und Böenwalze und äußerst fiesen Wellen zeigte uns aber, dass die Seven CS ein verlässliches Schiff ist. Der nachfolgende Sonnenaufgang mit Farben, die wir so noch nie gesehen hatten, entschädigte uns für die zurückliegenden beschwerlichen Stunden.

Die estnische Insel Hiiumaa lebt von Holzanbau und vom Abzocken der Touristen durch Taxifahrer.

Spaß beiseite. Sie ist eine wirklich schöne Insel mit viel unberührter Natur und ansonsten netten Leuten und einer unkomplizierten medizinischen Versorgung im Krankenhaus.

Weiter ging die Reise nach Tallinn, mit einem Zwischenstopp auf der ehemaligen See- und Landminenproduktionsinsel Naissaar. Dort fanden wir sogar Familienanschluss und verbrachten einen wunderschönen Tag mit dem estnischen Kapitän und der Crew des Ausflugsschiffs Monica.

Von Naissaar aus lag ein kurzes Seestück vor uns und zwar nach Tallinn mit dem Hafen Pirita Rear. Wir gaben diesem Hafen den Vorzug gegenüber dem stadtnahen Hafen Vana Sadam. Vana Sadam ist zwar super gelegen, aber durch die enormen Bautätigkeiten sehr laut.

Wenn in Klaipėda ein Kreuzfahrtschiff lag und in Riga zwei, so lagen in Tallinn sieben.

Entsprechend strömten die Menschen von den Schiffen in die Innenstadt.

Hier mischt sich moderne Architektur mit dem mittelalterlichen Stadtkern, was in unseren Augen gelungen war.

Nur 49,1 sm weiter wartete das wunderschöne, lebhafte sommerliche Helsinki auf uns. Hier erlebten wir die schönsten Hafentage der ganzen Reise. Die Finnen sind ein unheimlich entspanntes Volk, aufgeschlossen, oft deutsch sprechend. Ihre Saunen sind tatsächlich legendär und teils opulent eingerichtet.

Helsinki war der äußerste Punkt unserer Reise, ab da an ging es heimwärts, was wir aber so nie empfanden.

Durch die finnische Schärenwelt ging es Richtung Hanko und weiter zu den finnischen Åland Inseln, von denen wir die Inseln Vänö und Jurmo  besucht haben und den größten Sturm unseres Törns erleben mussten. Dieser Sturm verhinderte unsere Fahrt nach der Hauptstadt der Åland Inseln, der Stadt Mariehamn.

Wir verließen die Åland Inseln Richtung Fårö, Schweden. Dieses wilde und ursprüngliche Schweden hat uns sehr gut gefallen. Natur pur und Schafe ohne Ende.

Auf dem Weg nach Visby, Gotland hatten wir einen Search and Rescue Hubschrauber im AIS Alarm, also ein Hubschraubersymbol auf dem Plotter, sah witzig aus. Fårö und die große Insel Gotland haben wir ausgiebig mit dem Mietwagen erkundet und für gut befunden.

Schweres Wetter hat uns einen zusätzlichen Aufenthalt in Visby verschafft, was uns gar nicht schlecht gefiel.

Nun war die Zeit der Abreise aus Visby gekommen. Unser neues Ziel war Öland mit dem Hafen Byxelkrok. Es war highspeed segeln angesagt, im Surf die Welle runter mit 9,2 Kn SOG und im Durchschnitt 6 Knoten über knapp 47 sm. Hat Spaß gemacht.

In der Nacht wachten wir im Hafen auf, durch metallische Geräusche auf Gestein. Wir stürmten raus, da wir dachten, es wäre unser Anker, der mit jeder neuen Welle auf den Kai knallt, aber es war das schlafende Nachbarschiff. Auf einmal kamen der Reihe nach immer mehr Segler rechts und links von uns an Deck ihrer Schiffe und heftige Geschäftigkeit kam auf. Jeder verholte sein Schiff, immer mehr Wind kam auf. Am nächsten Morgen war ein Ablegen nur durch Drehen der Schiffe zwischen Mooring und Kaimauer möglich. Alle haben sich gegenseitig geholfen, das war echte, gute Seemannschaft.

Borgholm auf Öland war unser nächstes Ziel. Dort befindet sich auch die Sommerresidenz des schwedischen Königshauses. Auch hatte Kronprinzessin Victoria bald Geburtstag. Sie feiert dieses immer ganz groß mit der Bevölkerung und der Eins O Isabella war sehr enttäuscht, dass wir nicht mehr so lange auf Öland blieben, um mitzufeiern.

Die weitere Reise führte durch den Kalmarsund nach Kalmar und durch die Schären von Karlskrona. Es sollte weiter zur Insel Tjärö, einem Naturparadies gehen. Hier retteten wir eine 5 köfpige deutsche Familie mit unserem Dinghi aus Seenot.

Nun stellte sich die Frage, wohin soll die Reise weitergehen? Wir bekamen viele gute Hinweise von schwedischen Ankerliegern, die mal wieder sehr gut deutsch sprachen. So ging es Richtung zur schwedischen Insel Hanö und von Hanö weiter zur dänischen Insel Bornholm. In Allinge lagen wir am Ende eines Fünferpäckchens. Es ist ein hübscher Hafen, sowie auch der Hafen Hasle zu dem wir später segelten, aber die Städte an sich haben den Charme der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts! Wir erkundeten die große Insel per pedes und per Bus und im Bus zu Anfang der mehrstündigen Fahrt, setzte sich der Eins O Isabella auf den einzig triefend nassen Sitz voller Bier, was vorher nicht erkennbar war und hatte dann die Nase gestrichen voll.

Bornholm verließen wir am 12.07.2018 Richtung Rügen. Hier kreuzten wir unser Kielwasser. Wir steuerten auch wieder den Hafen Sassnitz an, weil hier die Versorgungsmöglichkeiten sehr gut sind.

Später ging es durch die Boddenlandschaft weiter nach Seedorf. Hier trafen wir wieder unsere lieben Nachbarn aus Wuppertal wieder, Andrea und Winnie. Der private Hafen Seedorf liegt mitten im Naturschutzgebiet und ist klein, aber nett. Am nächsten Tag ging es weiter nach Lauterbach, das ist der persönliche Favorit vom Eins O Isabella. Wir hatten einen superschönen Liegeplatz kurz nach der Hafeneinfahrt mit Blick auf die ehemalige Honecker- Insel Vilm. Wir luden Andrea und Winnie zum Segeln ein und hatten ein wunderschönes Kaffeesegeln rund Vilm.

Erneutes Anheuern von Isabellas Bruder Andreas in Stralsund. Auf dem 97,3 sm langen Weg nach Kühlungsborn haben wir uns zwischen Darßer Ort und dem Windpark fast totgekreuzt.

Ankunft in einer rabenschwarzen Nacht im völlig überfüllten Hafen von Kühlungsborn. Aufgrund der fortgeschrittenen Reise und dem Wetterfenster über der Nordsee entschieden wir uns direkt von Kühlungsborn nach Kiel Holtenau zu segeln. In Kiel Holtenau kamen wir wieder in einer tiefschwarzen Nacht an und wir wussten, dass die Seekarten von Navionics nicht 100 %ig stimmten. Es gab Sperrgebietstonnen, die falsch in der digitalen Karte eingezeichnet waren. Von Kiel Holtenau ging es dann weiter durch den NOK zum Yachthafen Cuxhaven.

Der Wind kam aus Nord- Ost, Sonntag früh Aufbruch Richtung Vlieland. Ankunft nach 168 sm im Hafen von Vlieland. Der Hafen war gesperrt, rot rot geflaggt und rot rot die Lichter, da wir aber von See gekommen waren, durften wir in den gesperrten Hafen einlaufen und der Hafenmeister wies uns den Liegeplatz zu. Am Morgen danach erlebten wir ein wunderschönes Bild. Unmengen an Segelbooten lagen auf Reede vor Vlieland, selbst der Skipper hatte sowas noch nicht gesehen. 

Weil wir Andreas noch Terschelling zeigen wollten verließen wir nach kurzem Aufenthalt Vlieland. Terschelling war noch voller als Vlieland. Wir lagen im Päckchen und der fleißige Hafenmeister füllte jede freie Fläche mit neuen Yachten auf.

Auf dem Weg zu unserem Heimathafen mussten wir natürlich noch die Schleuse Kornwerderzand passieren. Nach dem Motto „Einer geht noch, einer geht noch rein“ lagen wir auf Geheiß des Schleusenwärters nach Schleusentorschliessung quer in der Schleuse. Sowas hatte der Skipper und die Crew auch noch nicht erlebt.

Am 25.07.2018 liefen wir nach 2920,1 sm um 17.10 Uhr wieder in unserem Heimathafen Makkum ein.

 

 

Blick auf die Insel Vilm, Rügen.

 

 

Sloten, Winterlager

Heute ist unser Bötchen gekrant worden.

Nun ist unsere Segelsaison tatsächlich vorbei. Diese Saison wird uns unvergesslich bleiben. 3 Monate am Stück sind wir vorher noch nie gesegelt.

Die vielen Ostseeanrainerstaaten sind definitiv eine Reise wert, interessant, vielseitig und wunderschön. Und die Ostsee hat uns manches Mal ihr Temperament gezeigt. Wir und unser Boot haben dadurch manche Blessur erlitten, aber so sieht es eben aus, wenn man mal die Komfortzone verlässt.

Hier kommen noch noch ein paar Fotos aus unserem Winterlager, dem Hafen Lemsterpoort in Sloten. Wir fühlen uns hier sehr wohl, der Service von Jaap Jan und seinen Mitarbeitern ist sehr gut und wir haben in diesem kleinen Hafen auch schon viele nette Segler kennengelernt.

Visby auf Gotland/ Schweden

Unser nächstes Ziel war Visby. Man sagte uns, Visby sei sehr schön. Ich sage: die Stadt Visby ist wunderschön. Umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die noch recht gut erhalten ist. Zuerst sind wir mit einer Bimmelbahn durch Visby gefahren, um einen Überblick zu bekommen. Vor vielen Häusern stehen zumeist rote Rosenstöcke. Sie standen in voller Blüte, klasse.

Hier kommen ein paar Fotos:

Und nun ein paar Hafeninfos:

Hafenname: Visby

Liegegebühr/Tag/38ft: 355,- SKr incl. Strom und Dusche

Später lief noch ein recht großes Boot ein mit einem außergewöhnlichen Namen:

Sailing for Jesus

Hafenansicht mit Wolke

Hier gab es auch spektakuläre Sonnenuntergänge:

Wir haben uns beim Hafenmeister für 400 SKr einen Skoda geliehen, ohne Klimaanlage, nur Fahrerairbag. Und es war warm an unserem Ausflugstag. Am falschen Ende gespart.

Ich hatte mir über eine Internetseite http://www.fotogalerie-klamost.de/bildergalerie/reiselaender/gotland/index.php einige Ziele für uns ausgesucht. Gesagt , getan. Zuerst fuhren wir nach Boge zu einer Schiffssetzung, ein (geplündertes) Grab aus der Bronzezeit. Das Grab, die Schiffssetzung nennt sich Tjelvars Grab.

Toll, die Steinformation ist beeindruckend. Chris hat direkt mal die Drohne steigen lassen.

Dieses Grab ist in einer Ost-Westrichtung ausgelegt. Literatur im Internet sagt, dieses Grab hätte eine Nord-Südausrichtung. 🤔

Das Schiff war gefüllt mit Wildblumen als wir es besuchten!

Als nächstes ging es per Zufall nach Norlanda. Ein Dorfnachbau, der zeigt, wie die Gotländer im 17. und 18. Jahrhundert wohnten.

Folhammer:

Hier findet man schöne Versteinerungen am Strand.

Der Leuchtturm Liugarn, im süd- östlichen Teil der Insel war unser nächstes Ziel:

Dann kamen wir zu einem kleinen Hafen, Hervik. Dort waren viele nette kleine Fischerbötchen.

Zwischen Liugarn und Lau sah ich aus dem Auto sehr beeindruckende Steinkreise, wie ich sie schon in Irland gesehen hatte. Chris musste anhalten und ich machte schnell Fotos. Gerne hätte ich mir die Steinkreise näher angesehen.

Danach wollten wir nach Alva, um die Eiche von Alva zu sehen. Schon Linné hat sie 17Hundert quetsch gesehen, heißt es. Aber, aber es sollte nicht sein: Wir haben 3 sehr hilfsbereite Einwohner von Alva befragt, die diese Eiche nicht kannten! Erfolglos mussten wir von dannen fahren. Ich hätte sie gerne gesehen. Leider hatte die obige Internetseite keine Adresse angegeben.

Dann fuhren wir zum südlichsten Zipfel der Insel nach Hoburgen. Natürlich wieder einen Leuchtturm fotografieren

Wir haben noch einen Schneider besucht, der aus Schafsfellen ganz nette Kleidungsstücke fertigt.

Wir haben so viel an diesem Tag gesehen und soviel nicht. Wir müssen also wiederkommen.🤗


Fårö/ Schweden

Fårö ist eine kleine Insel vor Gotland.

Wir sind in den Hafen Lauterhorn eingelaufen.

Liegegebühr 38 ft 150 SKr plus 30 SKr Strom

Dusche 10 SKr

Wie ihr seht: Schweden hat nicht den Euro sondern SKronen. Tja, wie der Hafenmeister schon sagte: „Wir wollen auf Fårö nicht den Euro.“ Super, Wir hatten keine schwed. Kronen, aber eine Eurocard. Nur eine Eurocard passt nicht in den Münzschlitz des Duschautomaten.

Wir haben uns erstmal beim Hafenmeister ein Auto gemietet. Preis: 400 SKr/Tag , keine KM Begrenzung.

Wir sind im Prinzip rund Fårö gefahren und teils quer durch. Traumhaft schön, wild, Natur pur: Durchzogen von Bruchsteinmauern, Windmühlen , die von Schafen bewacht werden, Pinien, Wacholder, vielen Wildblumen und Disteln.

Wir haben nette Schweden gesprochen, entgegen der Hinweise von anderen, sie wären gerne für sich und nehmen auch die Fender mit rein. Tatsächlich stimmt das mit den Fendern, oft sogar.

Zu uns waren sie sehr freundlich, haben uns oft beim Anlegen geholfen. Recht viele Schweden sprechen gerne deutsch und waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen.

Trotzdem die dt. Nationalmannschaft die schwedische geschlagen hatte.

Wir hatten den -Eindruck, Fårö ist eine Insel für Alternative.

Die Schweden haben anders als wir Deutsche recht viele Kinder. Scheinbar unterstützt der Staat die Familien besser als in Deutschland.

Am 25.06.2018 ist mein Papa 81 Jahre alt geworden und mit meiner Mutter 60 Jahre verheiratet. Herzlichen Glückwunsch und ganz liebe Grüße an meine Eltern.

Von Jurmo nach Fårö/ Schweden

Ich hatte Wache, der Skipper schlief. Dann sah ich auf dem Plotter seltsame Formationen. Mal 1, mal 2 Boote hintereinander, das eine ein Segler, der andere unter Maschine fahrend. Ich nahm das Fernglas, nee das auf dem Wasser hatte ich noch nicht gesehen, konnte ich nicht einschätzen, da musste der Skipper ran. Erst war er unwirsch, ob des Weckens, dann war er interessiert, das hatte er auch noch nicht gesehen. Nun waren es sogar 3 Objekte auf dem Plotter, ganz dicht beisammen. Ah, es könnte ein Convoi sein. Dann kam seine Anweisung an den Eins O ( an mich) Funkkontakt aufzunehmen. Das tat ich dann auch brav. Leider konnte ich keinen Schiffsnamen auf dem Plotter erkennen, so funkte ich den Convoi mit ihren Positionsdaten und mit Convoi an. Ein netter Herr antwortete mir im exzellenten Englisch, sie hätten uns auch schon gesehen, ich fragte, ob wir unseren Kurs beibehalten sollen. Als Antwort kam, das wir den Convoi an Steuerbord passieren sollten. Als sie dann näher kamen, sahen wir des Rätsels Lösung:

Vorneweg war ein Hochseeschlepper, dieser zog ein riesiges Ungetüm hinter sich her ( der Segler!) und von der anderen Seite stabilisierte ein anderer Hochseeschlepper mit Leine dieses Teil.

Nachdem wir sie passiert hatten kam noch der nette Funkspruch: „Thank you for your cooperation.“

Und der Eins O war happy, alles richtig gemacht.

Dann ging es weiter nach Fårö. Hier kommen einige Impressionen:

Sunset

Vänö nach Jurmo

Jurmo sollte ein Zwischenstopp nach Mariehamn werden.

Aber es kommt doch immer anders als man denkt. Für die nächsten Tage wurde ein Sturm angekündigt und so sind wir nicht nach Mariehamn aufgebrochen. 9 Bft und das gegenan muss man nicht wirklich unter Maschine machen.

So beschlossen wir einen Saunatag bei 8 Bft einzulegen. Draußen rüttelte der starke Wind an dem schmächtigen Saunahäuschen, drinnen war es muckelig.

Das kleine Jurmo wird täglich von einer relativ großen Fähre angelaufen. Wir lagen im Hafen (insgesamt gab es mit uns 3 deutsche Boote) an der Mole und wenn dann die Fähre kam, war zwischen uns nicht viel Platz, davon wollte ich ein Video machen. Gesagt, getan.

Als die Fähre dann auf uns relativ nah zusteuerte, der Wind an unserem Schiff zerrte und wütete, wir hatten immerhin 8 Bft in Böen 9, dann gab es einen Knall und auf Steuerbord achtern hat es den Epoxyblock der Fussreling inclusive Schrauben und Klampe herausgerissen und umgebogen. Was für ein Schreck.

Chris ließ dies keine Ruhe und sobald der Wind nachließ und es nicht mehr regnete, schritt er 4 h zur Tat und reparierte tapfer den Schaden.

Hafenliegegebühr: 20 Euro/Tag/38ft inclusive Dusche. Die Sauna kostet 15 EUR/h.

Es gibt einen kleinen Tante-Emma-Laden am Hafen. Dort kann man auch seine Hafengebühren bezahlen. Man kann dort Donuts kaufen mit kleingehackten Wacholderstückchen, echt lecker.

Jurmos Vegetation:

niedriger Wacholder, kaum Wildrosen ( nur in Hausnähe), viele Flechten und Moose wie auf Vänö. Eine felsige Insel. Auch hier regieren Trolle und Hexen!

Witzig: ein Bauer hält dort eine Herde Alpakas.

Auf Jurmo gibt es einen schönen Spazierweg zu einer Kapelle, dorthin sind wir dann gewandert, den Wald mieden wir, wegen der Mosquitos.

Vänö/ Åland/ Finnland , Insel der Hexen und Trolle.

Nun sind wir im Ålandarchipel und haben uns die Insel Vänö ausgesucht.

Der Hafen ist klein, es gibt Heckmooring- Bojen, aber auch eine Mole. Dort liegt schon ein britisches Boot. Die Dame des Bootes hilft uns beim Anlegen, es hat deutlich aufgefrischt. Unterwegs hatten wir sogar 7 Bft gegen an.

Es gibt keinen Hafenmeister in Vänö und man entrichtet das Hafenentgelt nach den Vorgaben auf dem Zettel am Steg und legt es vertrauensvoll in den Briefkasten am Hafen. Für 38ft und Tag zahlen wir 12 EUR. Es gibt keine Duschen und Toiletten.

Am Steg gibt es Wasser und Strom.

Was ein Boot so alles aushält…

Vänö wurde uns von einem finnischen Segler empfohlen, der übrigens fließend deutsch sprach.

Vänö hat eine wilde Natur und soll laut Volksglauben auch von Trollen und Hexen bewohnt sein. Wir müssen also auf der Hut sein…

Vänö ist für mich eine Insel des Wacholders, der Flechten, Wildrosen ( keine R. rugosa) und Mücken. Auf dem Naturpfad sollte man sich vor Schlangen in Acht nehmen…

Von Helsinki nach Hanko/Finnland

Die Sauna im Hafen Smultrongrundet von Hanko war super.

Quelle: Navionics

Hafengebühren: 37 Euro/Tag/38 ft inclusive super Saunalandschaft, Duschen, Fähre

Lidl, ca. 1,5 km entfernt, tolles Frischesortiment, gut sortiert.

Haben unseren Mooringhaken für 87 Euro in einem Auto- und Boots- und Angelzubehörladen gekauft, der sich kurz vorm Lidl befindet.

Und, im Hafen Smultrongrundet/ Hanko gibt es Fingerstege und zu unserer Zeit gab es keine Mosquitos!

Eine Fähre (all in) verkehrt zwischen Festland und Insel. Entfernung zum Festland ca. 200 m.

Entfernung Helsinki Hanko ca. 80 sm.

Quelle: Navionics

Skipper beim Essen fassen.