Memel/Klaipeda Tag 1

Tja, jetzt sind wir im früheren Ostpreußen, dem Land meiner Vorfahren mütterlicherseits.

Früh am Morgen. Wir befinden uns an der Grenze Litauen, Russland. Wir segeln, d.h. ich segele das Boot, der Skipper schläft. Auf dem Plotter erkennt man ein unknown boat, das uns auf der russischen Grenze stetig folgt. Jetzt nur keine Fahrfehler machen. Ich mache mithilfe des Autopiloten eine Wende, dummerweise habe ich den Track nicht ausgeschaltet und der Autopilot übernimmt das Szepter. Nein. Was nu? Chris bekommt mit, das ich einen irren Iwan fahre und hilft mir aus der Klemme. Danach motoren wir zur Sicherheit. Ui, nochmal gut gegangen.

Der erste Eindruck:

Ansteuerung Klaipeda: Anmeldung, wann wir in den Hafen einlaufen: Port Control Channel 10, Danach wird man aufgefordert, sich auf Channel 73 beim Zoll anzumelden. Wir hatten tatsächlich keinen erreicht, so motorten wir gegen die Strömung die 2 sm bis zum Zollpier hin und ein unglaublich lautes Hupen von der Pier scholl herunter. Wir waren das einzige Segelboot, galt das Signal etwa uns? Schnell holte ich das Fernglas und sah wild gestikulierende Zöllner. Ja, das Hupen galt uns. Die Strömung drückte uns sanft auf Ihre Pier und wir konnten dann die Fragen der Zöllner beantworten. Die Zöllner waren sehr nett und verlangten auch keine Papiere. Ein Lob auf die EU. Sie gaben uns den Hinweis, uns beim Auslaufen auf Channel 73 abzumelden.

Im Hafen von Klaipeda/Memel sieht man sehr viele Kräne stehen und hört ein monotones sehr lautes Klopfen von den Rammen der neuen Pier.

Wir laufen in den Hafen von Old Castell Harbour ein, doch davor befindet sich eine alte deutsche Drehbrücke, die geöffnet sein will.

Tatsächlich wird sie 24 h am Tag von Hand bedient, jeweils von der vollen Stunde bis 15 Minuten danach.

Müde machen wir mithilfe des sehr netten Hafenmeisters fest. Der Hafenmeister zeigte uns dann die Duschen und Waschmaschine/Trockner und meinte trocken, wir könnten nur kalt duschen, denn die Russen hätten die Gasverbindung gekappt. Spaß beiseite, die Gasversorgung findet nun durch die Norweger statt, wir konnten also warm duschen.

Der Skipper, der auch müde war, reinigt trotzdem noch das Boot. Der EinsO aber sinkt erschöpft in die Kissen, verdammtes Personal.

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