Nida/Kurische Nehrung

Impressionen aus Nida:

Am Vormittag sind wir in Klaipeda ausgelaufen, um nach Nida zu segeln. Wir mussten eine Stromleitung passieren, wo wir plötzlich nicht mehr sicher waren, ob der Mast unseres Bootes durchpaßt. Es passte.

Etwas später hörte man einen Knall. Erschrocken zuckten Chris und ich zusammen. Es folgten noch 5 Schuss. Chris meinte es wäre Artilleriebeschuss von der einen Seite des Haffs über die Nehrung in die Ostsee, hammer oder?

Es kamen noch etliche Schüsse nach. Als wir später in Nida einliefen bestätigte das der Hafenmeister.

Der Hafen von Nida ist sehr schön, der Hafenmeister nett, die Herrenduschen gut, die der Frauen miserabel.

Natürlich haben wir uns das Thomas Mann Haus angesehen, leider nur von außen, war geschlossen.

Im Ort gibt es ein traumhaft schönes Bernsteinschmuckgeschäft.

Nida ist wunderhübsch.

Eine Braut vor der Kulisse der Dünen von Nida.

Am Abend kam Wind auf, der immer heftiger wurde. Wir sicherten unser Schiff mit einer zusätzlichen Spring. Dann warteten wir entspannt auf Wetterbesserung. Doch es machte nur ordentlich „Knack“ und die obere Reling auf der Backbordseite war gebrochen. Wir stürmten raus und alle Fender auf der Seite waren unterm Boot verschwunden. Der nette litauische Skipper des Nachbarbootes kam uns sofort zur Hilfe. Das war echt nett.

Wir werden wieder unruhig. Ein neues Ziel wird ins Auge gefasst: Ventspils in Lettland.

Memel/Klaipeda Tag 3

Heute befinden wir uns auf Spurensuche. Meine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Kallnuggen, nähe Altweide/ Coadjuthen.

Wir werden das Dorf aufsuchen, hoffentlich das Geburtshaus meiner Mutter finden und den alten Dorffriedhof.

Friedhof Kallnuggen.

Friedhof Alt Stremehnen.

Friedhof Kallnuggen

Tja, das Haus ist halb eingestürzt, der Friedhof leider nicht mehr in Schuss. Wer sollte ihn auch pflegen?

Memel/ Klaipeda Tag 3

Heute waren wir den ganzen Tag auf Spurensuche. Meine Mutter stammt von Ostpreußen. Leider gibt es bedingt durch den 2. Weltkrieg kaum Bilder von der Verwandtschaft, viele Verwandte sind im Krieg gestorben. Heute suchen wir das Heimatdorf und den Friedhof von Kallnuggen, nähe Coadjuthen und Altweide auf. Ich bin sehr gespannt.

Memel/Klaipeda Tag 1

Tja, jetzt sind wir im früheren Ostpreußen, dem Land meiner Vorfahren mütterlicherseits.

Früh am Morgen. Wir befinden uns an der Grenze Litauen, Russland. Wir segeln, d.h. ich segele das Boot, der Skipper schläft. Auf dem Plotter erkennt man ein unknown boat, das uns auf der russischen Grenze stetig folgt. Jetzt nur keine Fahrfehler machen. Ich mache mithilfe des Autopiloten eine Wende, dummerweise habe ich den Track nicht ausgeschaltet und der Autopilot übernimmt das Szepter. Nein. Was nu? Chris bekommt mit, das ich einen irren Iwan fahre und hilft mir aus der Klemme. Danach motoren wir zur Sicherheit. Ui, nochmal gut gegangen.

Der erste Eindruck:

Ansteuerung Klaipeda: Anmeldung, wann wir in den Hafen einlaufen: Port Control Channel 10, Danach wird man aufgefordert, sich auf Channel 73 beim Zoll anzumelden. Wir hatten tatsächlich keinen erreicht, so motorten wir gegen die Strömung die 2 sm bis zum Zollpier hin und ein unglaublich lautes Hupen von der Pier scholl herunter. Wir waren das einzige Segelboot, galt das Signal etwa uns? Schnell holte ich das Fernglas und sah wild gestikulierende Zöllner. Ja, das Hupen galt uns. Die Strömung drückte uns sanft auf Ihre Pier und wir konnten dann die Fragen der Zöllner beantworten. Die Zöllner waren sehr nett und verlangten auch keine Papiere. Ein Lob auf die EU. Sie gaben uns den Hinweis, uns beim Auslaufen auf Channel 73 abzumelden.

Im Hafen von Klaipeda/Memel sieht man sehr viele Kräne stehen und hört ein monotones sehr lautes Klopfen von den Rammen der neuen Pier.

Wir laufen in den Hafen von Old Castell Harbour ein, doch davor befindet sich eine alte deutsche Drehbrücke, die geöffnet sein will.

Tatsächlich wird sie 24 h am Tag von Hand bedient, jeweils von der vollen Stunde bis 15 Minuten danach.

Müde machen wir mithilfe des sehr netten Hafenmeisters fest. Der Hafenmeister zeigte uns dann die Duschen und Waschmaschine/Trockner und meinte trocken, wir könnten nur kalt duschen, denn die Russen hätten die Gasverbindung gekappt. Spaß beiseite, die Gasversorgung findet nun durch die Norweger statt, wir konnten also warm duschen.

Der Skipper, der auch müde war, reinigt trotzdem noch das Boot. Der EinsO aber sinkt erschöpft in die Kissen, verdammtes Personal.